Ich habe damit begonnen, die Kirchenbücher aus der Diözese Regensburg nach weiteren Egner-Vorkommen zu durchsuchen.
Dabei habe ich diesen Joannes Georgius Egner gefunden:

Egner Joannes Georg 20.12.1710 Pfarre Eichlberg 001 Ort: Reiselberg
Joannes Georgius
Benedict Egner von Calminz balneator, miles vagus uxor Anna Barbara (Hier wird Benedict Egner als balneator (Bader) und miles vagus (umherziehender Soldat) bezeichnet)
Pate Georgius Schmid ex Flingsberg
Dieser Johan Georg ist wohl früh verstorben, weil im Jahr 1720 in Beratzhausen wieder ein Johann Georg getauft wird, welcher mein 6fach Urgroßvater ist.
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Taufeintrag im Kirchenbuch Beratzhausen 5. Mai 1720

Der Eintrag wurde korrigiert, weil das Datum im Kirchenbuch nicht mehr zum April, sondern zum Mai passte.
Originaleintrag im Kirchenbuch Beratzhausen
5. Mai, das Jahr ist im Kirchenbuch ersichtlich 1720
Wagner, Parochus (Pfarrer)
Joannes Georg
Benedictus Egner inwohner alhier
und Anna Barbara
Paten
Georg Schmidt Bauer von Flinsberg (der selbe Pate wie 10 Jahre zuvor)
Zusatzeintrag von 1755
1755, den 17. Juli habe ich Ignati(us) Graff Pfarrer disen Tauffschein bis nach Lupenburg (Lupburg in der Oberpfalz?) gegeben, da er Reiter kaiserl. Marggraff …(?) Regiment Soldat is.
Wahrscheinlich braucht Johann Georg den Taufschein für seine Heirat. Wie dieser aber dann nach Reifferscheid gekommen ist, kann ich (noch) nicht erklären.
Er war verheiratet mit
Balter Maria Elisabeth
Stollenwerck Agnes
Johann Georg Egner (Egener)
Lebensweg eines Oberpfälzers im 18. Jahrhundert zwischen Militärdienst und neuer Heimat in der Eifel
Johann Georg Egner wurde im Jahr 1720 in Beratzhausen geboren. Er war der Sohn des Benedict Egner und dessen Ehefrau Anna Barbara, die in den Beratzhausener Kirchenbüchern als Anna Barbara Funckin bezeichnet wird. Die Familie lebte in einer Zeit, die von wirtschaftlicher Unsicherheit, regionaler Mobilität und der starken Präsenz des Militärwesens geprägt war. Für viele Söhne aus Handwerker- und Bürgerfamilien stellte der Militärdienst eine der wenigen Möglichkeiten dar, außerhalb des Heimatortes ein gesichertes Auskommen zu finden.
Militärdienst und Mobilität
Ein späterer Randvermerk im Taufbuch belegt, dass Johann Georg Egner 1755 einen Taufschein erhielt, der ihm „bis nach Lupburg“ mitgegeben wurde, da er Soldat eines kaiserlich-markgräflichen Regiments war. Solche Taufscheine dienten als kirchlicher Identitätsnachweis und wurden insbesondere Soldaten ausgestellt, die sich fern ihrer Heimat aufhielten. Der Zeitpunkt fällt in die Jahre unmittelbar vor dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763), einer der großen europäischen Konflikte des 18. Jahrhunderts, in dessen Vorfeld zahlreiche Reichs- und Kontingenttruppen neu formiert, verlegt und einquartiert wurden.
Der Militärdienst erklärt die weite Entfernung zwischen der Oberpfalz und dem westlichen Reichsgebiet. Bewegungen von Truppen aus Süddeutschland in den Rheinland- und Eifelraum sind für diese Jahre vielfach belegt und gehörten zum normalen Ablauf militärischer Organisation im Alten Reich.
Niederlassung in der Eifel und erste Ehe
Spätestens 1759 hielt sich Johann Georg Egner dauerhaft im Raum der Eifel auf. In den Kirchenbüchern von Reifferscheid erscheint er unter der Namensform Johann Georg Egener, einer regionalen Schreibvariante seines Familiennamens. Reifferscheid gehörte damals zum kurkölnischen Herrschaftsgebiet und war ein ländlich geprägter Ort, in dem Einquartierungen und Ansiedlungen ehemaliger Soldaten keine Seltenheit waren.
Johann Georg Egner war zu diesem Zeitpunkt verheiratet mit Maria Elisabetha Balter, die am 19. Mai 1724 in Reifferscheid geboren worden war. Die Ehe belegt seine frühe soziale Integration in die örtliche Bevölkerung.
Aus dieser ersten Ehe gingen mindestens drei Kinder hervor:
•Georg Peter Egener, geboren vor 1759 (Mit ihm wird unsere Linie fortgesetzt)
•Catharina Gertrud Egener, geboren am 23. Februar 1759,
•Anna Sibilla Catharina Egener, geboren am 10. Juli 1761, getauft am 11. Juli und bereits am 1. April 1762 verstorben.
Die Kirchenbucheinträge zeigen Johann Georg Egner in diesen Jahren eindeutig als sesshaften Familienvater in Reifferscheid. Der frühe Tod eines Kindes steht exemplarisch für die hohe Kindersterblichkeit des 18. Jahrhunderts, die selbst in stabilen Familienverhältnissen allgegenwärtig war.
Zweite Ehe und weiterer Lebensweg
Zwischen 1762 und 1763 verstarb seine erste Ehefrau Maria Elisabetha Balter. Am 26. Juli 1763 ging Johann Georg Egner in Reifferscheid eine zweite Ehe ein. Er heiratete Agnete Stollenwerck, Tochter des Joannis Henrici Stollenwerck und dessen Ehefrau Haas. Der Heiratseintrag nennt Johann Georg ausdrücklich als Sohn des Benedicti Egener und der Barbarae Edackens. Diese Bezeichnung der Mutter kann ich (noch) nicht nachvollziehen. Vermutlich ist es eine Fehlinterpretation/Lesefehler des bayerischen Namens Funckin.
Die zweite Ehe fällt in das Jahr 1763, in dem der Siebenjährige Krieg endete. Für viele ehemalige Soldaten bedeutete diese Zeit einen endgültigen Übergang in ein ziviles Leben. Auch Johann Georg Egner blieb nun dauerhaft im Eifelraum ansässig.
Letzte Lebensjahre und Tod
In seinen späteren Lebensjahren lebte Johann Georg Egner in Mulartz Hütte, einem Hütten- und Arbeitsort im Pfarrgebiet von Rott. Solche Hüttenplätze waren im 18. Jahrhundert typische Wohn- und Arbeitsorte für Arbeiter, Handwerker und ehemalige Militärangehörige und gehörten zur vorindustriellen Wirtschaftsstruktur der Region.
Am 15. Juli 1790 verstarb Johann Georg Egener dort. Zwei Tage später, am 17. Juli 1790, wurde er in Rott kirchlich beerdigt. Der Sterbeeintrag hebt ausdrücklich hervor, dass er „gebürtig aus Beratzhausen“ gewesen sei und mit den Sakramenten der Kirche versehen wurde. Diese Herkunftsangabe stellt eine seltene, aber eindeutige Verbindung zu seinem Geburtsort her und schließt seinen Lebensweg urkundlich ab.

das ist der Nachweis, dass der Name Egener seinen Ursprung im Namen Egner hat und der erste Egener seine Wurzeln in der Oberpfalz hat.
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Einordnung
Der Lebensweg Johann Georg Egners ist ein gut belegtes Beispiel für die Mobilität des 18. Jahrhunderts. Militärdienst führte ihn aus der Oberpfalz in den westlichen Reichsraum, wo er sich niederließ, Familien gründete und schließlich fern der Heimat starb. Seine Biografie verbindet die Geschichte einer oberpfälzischen Handwerkerfamilie mit der Regionalgeschichte der Eifel und spiegelt zugleich zentrale Strukturen der Zeit wider: Militärdienst, Migration, Familiengründung und Integration in neue soziale Räume

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