Drei Bücher später
Vor ein paar Wochen saß ich mit einer alten Taschenuhr in der Hand an meinem Schreibtisch in Hamburg und wusste nicht, dass daraus drei Bücher werden würden. Jetzt sind alle drei fertig, und ich möchte euch erzählen, welches Buch welches ist — und wo ihr sie findet.
Wie alles anfing
Es war eine Precimax-Taschenuhr von meinem Opa Leo, die mich in den vergangenen Wochen kaum noch losgelassen hat. Was als eine weitere Spurensuche für diesen Blog begann, wuchs sich aus — erst zu einem Sachbuch, dann zu einem Roman, dann, weil eine einzelne Zeile darin zu groß war, um sie in wenigen Sätzen abzuhandeln, zu einem zweiten Roman. Drei sehr unterschiedliche Bücher, alle aus derselben Wurzel gewachsen: vier Familienlinien — Egener, Dautzenberg, Brosius, Winter —, die sich über elf Generationen und dreihundert Jahre einander annähern, bis sie sich in einem einzigen Menschen treffen.
Jetzt, nach vielen Wochen an diesem Schreibtisch, sind alle drei Bücher veröffentlicht. Hier sind sie, in der Reihenfolge, in der sie entstanden sind.
1. Schreibensunkundig — Eine Familiengeschichte aus dreihundert Jahren
Das erste Buch, ein Sachbuch, vorwärts erzählt: von den ältesten Spuren der vier Familien bis in die Gegenwart. Der Titel stammt von Georg Peter Egener (1745–1807), Weber in Reifferscheid, der 1798 als Zeuge bei einer Geburtsanzeige auftrat und nicht unterschreiben konnte — ein Mann, der keine eigene Zeile hinterlassen hat, und dem ich mit diesem Buch, drei Generationen später, doch noch eine schreibe.
„Schreibensunkundig“ ist über Book on Demand erhältlich, als gedrucktes Buch und als eBook:
2. Oriundus — Die Reise zu den Wurzeln
Nach „Schreibensunkundig“ merkte ich: Die Fakten allein erzählen nicht, wie es sich angefühlt haben könnte, Bergmann zu sein am Morgen eines Grubenunglücks, oder Landbote, wenn einem auf offener Straße gedroht wird. Ein Sachbuch darf sich das nicht erlauben. Ein Roman schon.
Oriundus ist deshalb das Gegenstück, nicht die Fortsetzung: kein Sachbuch, sondern ein Roman, und bewusst rückwärts erzählt — von meinem Schreibtisch in Hamburg zurück bis 1696. Der Titel stammt aus einem Kirchenbucheintrag von 1790: oriundus ex Berathshausen — gebürtig aus Beratzhausen, geschrieben über einen zugewanderten Bayern, dessen Nachfahre am Ende dieser Reise steht.
Als Ernst Egener eine alte Taschenuhr und ein Gerichtsurteil von 1868 in die Hand nimmt, beginnt eine Reise, die ihn dreihundert Jahre zurückführt. Alle Namen, Daten und Ereignisse beruhen auf echten Kirchenbüchern und Gerichtsakten — nur die Wege dorthin sind erfunden. Ein Roman über die Frage, die am Ende jeder Ahnenforschung steht: Woher kommen wir wirklich?
Oriundus ist jetzt vollständig erhältlich, in allen drei Formaten:
3. Hexenjagd in Rimburg
Beim Schreiben von Oriundus stieß ich auf eine Zeile, die ich mir „für einen anderen Tag“ aufgehoben hatte — zu groß, zu ungeklärt, um sie in wenigen Sätzen abzuhandeln. Der andere Tag kam schneller, als ich dachte, und brauchte am Ende ein ganzes zweites Buch.
Es geht um Martinus Neulen (1712–1772), Schöffe der Herrlichkeit Rimburg, meinen Vorfahren, der unter der sogenannten schärferen Prüfung — Folter — zu einem Geständnis gezwungen wurde und drei Tage später tot in seiner Zelle lag.
1772, Burg Rimburg: Martinus Neulen, Schöffe der Herrlichkeit Rimburg, wird unter der sogenannten schärferen Prüfung — Folter — zu einem Geständnis gezwungen. Drei Tage später ist er tot, durch eigene Hand, in seiner Zelle.
Zweihundertfünfzig Jahre später stößt sein Nachfahre Ernst Egener auf eine Zeile, die er sich für „einen anderen Tag“ aufgehoben hatte — und findet einen zweiten Namen, eine zweite Folter, vier Wochen später, im benachbarten Herzogenrath. War Martinus Teil einer Räuberbande, der sogenannten Bockreiter? Oder nur einer von vielen Namen, die ein System aus Schmerz sich selbst erpresste?
„Hexenjagd in Rimburg“ erzählt aus vier Stimmen — Martinus, seiner Frau Anne Marie Königs, seinem Sohn Johannes Martinus und Ernst selbst — die letzten Jahre eines Mannes, dessen Schuld sich nie beweisen lässt. Die direkte Fortsetzung von „Oriundus“. Kein Urteil. Anerkennung.
Hexenjagd in Rimburg ist die direkte Fortsetzung von Oriundus:
Was jetzt?
Drei Bücher, ein Sommer, eine einzige Taschenuhr als Ausgangspunkt. Die Ahnenforschung selbst geht natürlich weiter — sie war nie darauf angelegt, mit einem Buch zu enden, geschweige denn mit dreien. Aber diese drei fühlen sich wie ein abgeschlossenes Kapitel an, und ich wollte sie euch gemeinsam vorstellen, statt einzeln, einen nach dem anderen, in den kommenden Monaten.
Wenn ihr eines der Bücher lest: Eine Rezension bei Amazon oder BoD — und sei sie noch so kurz — hilft mir mehr, als ihr vermutlich denkt. Und wenn in eurer eigenen Familie eine Taschenuhr, ein vergilbtes Dokument oder ein Name in einer Sterbeurkunde auf euch wartet: Schreibt mir gern.
Die Uhr tickt noch. Sie liegt auf meinem Schreibtisch, während ich dies schreibe.

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